Individualismus vs. kollektivismus

Nein, hier geht es nicht um den Vergleich von Ideologien im herkömmlichen Sinn. Sondern um ein Zitat von Geert Hofstede.

Je individualistischer ein Land ist, desto mehr geben seine Bürger der Freiheit den Vorzug vor der Gleichheit. Freiheit ist ein individualistisches Ideal, Gleichheit ein kollektivistisches.

In seinem Buch “Lokales Denken, globales Handeln” analysiert Hofstede das Verhältnis von Kulturen zueinander. Dies ist vor allem für Multinationale Unternehmen von Bedeutung wenn es darum geht effektiv zu Führen bzw. Unternehmensziele zu erreichen.

Der Grund aber, warum mich das Zitat angesprochen hat ist ein anderer. Zur Zeit erleben wir ja in Deutschland verstärkt den Ruf nach Gleichheit. Dieser findet aber in einer eher individualistischen geprägten Kultur nicht so stark Anklang. Hofstede argumentiert weiter, dass Länder die im Individualismus-Index Ranking oben sind, also individualistisch sind, dies nicht einfach so sind, sondern meist eine Lange Entwicklung dazu geführt hat. Denn Werte, so Hofstede, lassen sich in Kulturen nicht einfach umprägen.

Dennoch ist zu bedenken, dass wir in Deutschland ein ausgeprägtes Sozial-Bewusstsein haben. Ist dies vielleicht der Grund warum die Diskussion um soziale Gerechtigkeit (und Gleichheit) unser Land so viel Kraft und Energie kostet?

Eine Reaktion zu “Individualismus vs. kollektivismus”

  1. Marcus B.

    Der Gedanke gefällt mir.

    In Deutschland haben wir das Problem, dass soziale Gerechtigkeit immer mit sozialer Gleichheit gleichgesetzt wird. Gerecht ist, was gleich macht. Und wenn wir gleich sind fühlen wir uns sicher, was wir dann soziale Sicherheit nennen.

    Anscheinend neigt der Mensch ja dazu, die Sicherheit der Freiheit vorzuziehen.

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